Art Rock-Abend am 1. August 2008
„Hallo Papa, du musst schnell zur Agneskirche kommen! Hier beginnt gleich ein Konzert mit Musik von Pink Floyd und Genesis und so. Das wird dir bestimmt gefallen.“ – Dieses Telefongespräch eines jungen Konzertbesuchers konnte wenige Minuten vor Beginn des Art Rock-Abends an den Pforten der Altenburger Agneskirche vernommen werden.
Und es wurde tatsächlich ein Abend besonderer musikalischer Qualität, zu dem die Katholische Jugend am 1. August in die Agneskirche eingeladen hatte. Etwa 70 Gäste folgten dieser Einladung, doch darunter keineswegs nur Jugendliche und Angehörige der fünf Musiker, sondern auch einige interessierte ältere Gemeindemitglieder. Sie alle bekamen sauber gespielte Art Rock-Musik zu hören, die begeisternd und gefühlvoll zugleich war.
Vor einiger Zeit begannen Manuel Schmid, Konstantin Galluhn, Philipp und Florian Friesel sich mit dieser Stilrichtung der Rockmusik zu beschäftigen und die Stücke einiger bekannter Vertreter nachzuspielen, dabei aber auch ihren eigenen Stil miteinfließen zu lassen. Nach mehreren gemeinsamen Übungsphasen entschlossen sie sich, diese Musik vor Publikum spielen zu wollen und gewannen sogar wenige Tage vor dem Konzert den Saxophonisten Knut Bräuer für ihr Projekt. Nach weiteren Proben – teilweise bis spät in die Nacht hinein – sollte es schließlich im Rahmen eines Jugendabends zum Art Rock-Konzert kommen, welches neben Musik von Pink Floyd und Genesis auch Stücke der britischen Bands Porcupine Tree und Yes enthalten sollte.
Hervorragend inszeniert in der stilvollen Atmosphäre der Agneskirche begann das Konzert mit dem Einzug der vier Hauptakteure dieses Abends, während die Zuhörer durch Soundscapes und Lichteffekte auf die kommenden 2 Stunden Konzertvergnügen eingestimmt wurden. Die erste Konzerthälfte wurde größtenteils durch Songs von Pink Floyd ausgefüllt, vor allem deren erfolgreichstes Album „Dark Side of the Moon“ diente als Vorlage mehrerer Interpretationen dieses Abends. Noch vor der Pause kamen dem Publikum zwei Lieder der Gruppe Yes aus den 70er Jahren – ihrer kreativsten Phase – zu Gehör, die Manuel Schmid mit verschiedenen Effektinstrumenten unterstützte.
Zu Beginn der zweiten Konzerhälfte sollten ein paar ruhigere Töne angeschlagen werden, denn Manuel Schmid und Philipp Friesel betraten zunächst allein die Bühne, um den Zuhörern die etwas unbekanntere Band Porcupine Tree näherzubringen. Die Musik passte gut in das romantische Ambiente des Altarraums und zeigte die andere Seite des Art-Rock-Stils auf. Philipp Friesel begleitete dabei durch zum Teil schwierige Gitarren-Parts ausgezeichnet den Gesang von Manuel Schmid und stimmte sogar selbst das ein oder andere Mal ein, wobei er durch die zweite Stimme beim Publikum nicht selten eine Gänsehautstimmung erzeugte. Musikalischer Höhepunkt war dabei zweifelsohne der Song „Trains“. Nach drei weiteren Pink Floyd-Stücken näherte sich das Konzert langsam dem Ende, damit aber auch den bekannteren Liedern, die den Abend abrunden sollten. In „Wish You Were Here“, „Comfortably Numb“ und „Another Brick in the Wall” kam noch einmal Pink Floyds musikalische Bandbreite zum Vorschein; aber auch die Künstler des Abends demonstrierten an Hammond-Orgel (Konstantin Galluhn) und Schlagzeug (Florian Friesel) noch einmal ihr ganzes Können, wobei sie immer wieder von Knut Bräuers kraftvollem Saxonphon-Spiel unterstützt wurden. Besonders erwähnenswert sei an dieser Stelle, dass nahezu alle Lieder dieses Abends durch die gewisse eigene Interpretation des Quintetts keinesfalls als reine Cover-Versionen angesehen werden können. Und schließlich durfte auch eine Nummer von Genesis nicht fehlen und so nahm Manuel Schmid den Titel „I Can’t Dance“ wörtlich und versuchte sich, vom zahlreichen Publikum animiert, an einem etwas gewöhnungsbedürftigen Tanzstil. Nachdem der Applaus nicht enden wollte, zauberten die vier „Art-Rocker“ überraschenderweise noch eine Zugabe aus dem Hut, nämlich Led Zeppelins Rock-Ballade „Stairway to Heaven“, die den Abend komplettierte und alle Zuschauer mit einem guten Gefühl im Bauch in die Nacht entließ.
Dies alles und auch die Tatsache, dass fast alle Konzertbesucher im Anschluss an den Art Rock-Abend noch zum gemeinsamen Beisammensein am Altenburger Pfarrhaus zusammenkamen, veranlasst mich dazu, den Abend einen „vollen Erfolg“ zu nennen, der förmlich nach einer Fortsetzung schreit.
(Benjamin Galluhn)
Vielen Dank an Matthias Fetzer für das Bereitstellen der Fotos!
Das Originalplakat zum Abend
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