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Ein Tag in Taizé

Mittwoch, 9. Juni 2010

Taize2010-2Unsere Jugendlichen besuchten auch in diesem Jahr in der Osterwoche (4.-11.4.) das französische Dorf Taizé. Eine Teilnehmerin hat uns ihre Erlebnisse an einem „gewöhnlichen Tag” in Taizé geschildert: Wie jeden Tag beginnt auch der Samstagmorgen in Taizé mit dem Gebet, welches von Gesängen und einer stillen Zeit geprägt ist. Dabei sitzen wir mit etwa 5000 anderen Jugendlichen zusammen und schöpfen neue Energie, um den vorletzten Tag in Taizé anzugehen – dieser soll ein ganz besonderer werden.
Taize2010-3Gestärkt durch das Frühstück gehen wir zur Bibeleinführung mit einem Frère, einem Bruder aus Taizé. Eine Bibelstelle aus dem Johannes-Evangelium spielt heute die zentrale Rolle. Danach treffen wir uns in den Gesprächsgruppen an einem sonnigen Platz auf dem großen Gelände und tauschen uns über diese Stelle in der Bibel genauer aus. Auch heute richtet sich der Tagesablauf nach den Gebetszeiten.

Nach dem Mittagsgebet folgt schließlich das gemeinsame Essen unter freiem Himmel. Um 14 Uhr beginnt für uns in der Kirche das Singenüben in den verschiedenen Stimmlagen, an dem jeder, der Spaß und Freude an Musik hat, teilnehmen kann. Jedoch probt ab Taize2010-1Taize2010-415 Uhr nur noch der Chor mit den Instrumentalisten für die „Nacht der Lichter“ am heutigen Abend. Am späteren Nachmittag holen wir dann unsere Decken, Kekse und andere Leckerein aus unseren Baracken und gehen auf die Wiese. Beim gemütlichen Beisammensein wird sich über die schöne Woche in Taizé und die neuen Eindrücke ausgetauscht. Nach dem Abendbrot treffen sich alle Jugendlichen in der Kirche zum Abendgebet. An den Eingängen wird jedem eine Kerze für die unmittelbar bevorstehende „Nacht der Lichter” ausgeteilt. Im Chor singen wir die einstudierten Lieder begleitet von den Instrumenten, wie Geige, Querflöte und Posaune. Nun beginnt es: Ein Frère gibt das Licht seiner Kerze weiter und so breitet sich der Kerzenschein über die ganze Kirche aus und 5000 kleine Flammen durchfluten den gesamten Raum mit Licht. Ein überwältigender Augenblick für alle Versammelten! Dazu der Gesang und die außergewöhnliche Stimmung bezaubern jeden Anwesenden. Viele bleiben bis spät in die Nacht hinein sitzen, um zu singen, zu beten oder still den Gedanken nachzuhängen, um die Eindrücke der Woche zu verarbeiten.

- Rebekka Meixelsberger -

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Nach Taizé ist vor Taizé…

Donnerstag, 29. April 2010

Liebe Taizé-Freunde! :-)

Nun liegt unsere österliche Fahrt ins schöne Taizé schon wieder ein paar Tage zurück und ich hoffe, ihr seid habt wieder gut in den Alltag gefunden und es ist euch gelungen, – wie es mir vor Kurzem auch gewünscht wurde – aus dem Taizéschatz fortzuleben.

Um den Geist Taizés noch einmal zu entfachen, wollen wir daher ein Taizé-Nachtreffen am 7. Mai in der Altenburger Jugend machen. Da darf jeder kommen, auch diejenigen, die dieses Jahr leider nicht mitfahren konnten… und auch unsere anderen Freunde aus dem Dekanat und von der JG dürfen sich ganz herzlich eingeladen fühlen. Der Lutz hat übrigens auch schon sein Kommen angekündigt:-)

Wir wollen den Abend ganz ins strahlende Licht Taizés tauchen, weshalb wir das Ganze möglichst „taizémäßig“ gestalten wollen. Wir hatten uns gedacht, mit einem gemeinsamen Abendessen um 19:30 Uhr zu beginnen, anschließend (also gegen 20:30 Uhr) ein schönes Taizégebet mit „Nacht der Lichter“ zu feiern und den Abend dann im Jugendkeller mit einer Foto-Präsentation (im Anhang ein kleiner Vorgeschmack) und sicherlich auch dem ein oder anderen Cidre gemütlich ausklingen zu lassen;-)

Gerne könnt ihr auch erst später dazustoßen. Für die Vorbereitung des Abendessens wäre es aber hilfreich, wenn wir wüssten, wie viele ungefähr mitessen wollen. Meldet euch dafür am besten zeitnah unter dieser Mailadresse an. Außerdem dürft ihr diese Mail gerne an weitere Taizé-Sympathisanten weiterleiten;-) Das Taizégebet soll auch gemeindeoffen sein.

Für die Vorbereitung (Essen, Gebet, Präsentation, Deko, Orga,…) wäre ich dankbar, wenn sich noch der ein oder andere Freiwillige finden könnte… bitte:-)

Ich hoffe, wir können uns am 7. Mai in Altenburg sehen und wünsche euch bis dahin eine freudige und gesegnete Zeit.
In diesem Sinne: Liebe Grüße und „Free Hugs!“,
Benny (im Namen des Helferkreises)

PS: Die Collage hab ich jetzt nur aus meinen Fotos gemacht. Wer die aber haben will, sage mir einfach Bescheid.

Collage zur Taizéfahrt 2010

Interview: Frère Wolfgang aus Taizé

Mittwoch, 16. Mai 2007

im Interview mit GemeindeBrief-Redakteur Mathias Wartlik


Am 21.11.2007 war Taizé, welches Jahr für Jahr von unseren Jugendlichen besucht wird, bei uns zu Gast: in Gestalt von Frère Wolfgang. Es waren wunderbare Momente tieffreundschaftlicher Begegnung.

GemeindeBrief führte ein Interview mit ihm.

GemeindeBrief: “Frère Wolfgang, wie und warum sind Sie nach Taizé gekommen?”

Frère Wolfgang: “Ich habe von einem Ort in Frankreich gehört, an den Jugendliche von überall hinfahren. Diesen Ort wollte auch ich besuchen. Vorher habe ich mich schon in der Gemeinde engagiert, habe Jugendarbeit gemacht und während dem Abitur bin ich 1972 das erste Mal nach Taizé gefahren.”

GemeindeBrief: “Wo sind Sie geboren?”

Frère Wolfgang: “Ich bin in Regensburg geboren, mein Vater in Leipzig, daher bin ich auch übergreifend aufgewachsen. Ich bin sehr froh, dass ich dadurch immer in die DDR fahren konnte, nicht wegen der DDR, sondern wegen der Leute und der Christen. Es hat mir dadurch auch immer den Horizont erweitert und für meinen persönlichen Weg viel gegeben. Zum Vergleich, dass man als Bruder ja auf Vieles verzichtet, habe ich damals in der DDR Jugendliche getroffen, die so alt waren wie ich und wegen ihres Glaubens auf Manches verzichtet haben und auch nicht studieren konnten. Das hat mich sehr beeindruckt.”

GemeindeBrief: “Haben Sie beruflich vor Taizé schon etwas gemacht?”

Frère Wolfgang: “Ich habe nach dem Abitur zwei Jahre im Altersheim Zivildienst geleistet, dort wurde ich von ein paar alten Leuten Pfarrer genannt. Ich bin aber nie Pfarrer geworden, nur Bruder, was mir aber ausreicht.”

GemeindeBrief: “Wie und wann wurden Sie in Taizé aufgenommen?”

Frère Wolfgang: “Es ist wie Verlobung und Hochzeit. Man tritt als Erstes in die Gemeinschaft ein, wo man sich schon engagiert, nach ein paar Jahren bindet man sich dann für das ganze Leben. Ich bin 1976 beigetreten und wurde vier Jahre später in Taizé aufgenommen.”

GemeindeBrief: “Was fasziniert Sie an Taizé? Und welches ist das Geheimnis von Taizé?”

Frère Wolfgang: “Die erste Frage ist leichter zu beantworten. Was mich an Taizé seit 30 Jahren fasziniert, ist, dass jedes Jahr immer ein neuer Jahrgang von Jugendlichen Taizé besucht und, so will ich sagen, Taizé in Besitz nimmt. Es ist ihr Taizé, was wir ja auch so wollen. Mir ist in der Zeit noch nie langweilig geworden, noch nie war eine Woche wie die andere. Ich glaube, dies ist auch ein Zeichen der „Fülle Gottes“ – vielleicht ist dies das Geheimnis von Taizé, denn Taizé ist ein Ort, an dem man solch eine Fülle erahnt, durch die Menschen, die da sind, aber auch durch die Gebete in der Kirche – etwas Unmittelbares von der Gegenwart Gottes und Christi. Wir Brüder möchten auch immer alles tun, um da nichts zu verbessern oder zu verstellen, sondern dass diese Unmittelbarkeit zu Gott immer ganz offen bleibt.”

GemeindeBrief: “Welches Vorbild gibt Taizé und die Ökumene dort?”

Frère Wolfgang: “Wir wollen ja keine Rezepte austeilen, wie wenn man gesellschaftliche, kirchliche, ökumenische oder sonstige Fragen löst. Wir haben soviel empfangen für unseren Weg; was in anderen Kirchen gebetet und gelebt wird, haben wir aufgegriffen, so z. B. den Rosenkranz, das „Namen-Jesu-Gebet“ aus der Orthodoxen Kirche, auch Luthers Worte finden in Form von Gesängen bei uns statt. Taizé hat ja kein „Sondergut“ in dem Sinne. Vielleicht ist es auch das, weil wir unverkrampft alles übernehmen, was uns wirklich zu Christus führt, ob es aus der Konfession oder von dort her kommt ist erst die zweite Frage.”

Hier das komplette Interview als Audio online anhören:

Interview Teil 1

Interview 1

Interview Teil 2

Interview 2

Aktualisierung: 2008/07/16 – 23:01 / Redakteur: Benjamin Galluhn